Wie dir Musik hilft, über dich selbst hinaus zu wachsen

Musik ist Schwingung. Und die Physik beweist: wir Menschen auch. Musik kann so vieles in uns bewegen und uns tief berühren.

 

Du kannst die Musik für dich nutzen: für dein Wohlgefühl, deine Ausgeglichenheit und deine Verbindung zu dir selbst.

Musik kann selbst dort etwas verändern, wo Worte nicht hinkommen.

 

Wie dir Musik sogar dabei helfen kann, über dich selbst hinaus zu wachsen, das teile ich heute mit dir.

 

Musik berührt die Seele

Musik wirkt nicht auf unseren Verstand. Musik berührt uns in unseren Gefühlen. Und da wir oftmals sehr viel in unseren Gedanken sind, tut es einfach gut, mit der Musik wieder auf eine andere Ebene zu kommen: die Ebene des Gefühls, des Körpers.

Wir können uns wieder mehr wahrnehmen, mehr fühlen.

 

Weil wir so viel im Kopf sind und oftmals so wenig in unserem Gefühl, hilft uns die Musik, Zugang zu bekommen zu dem, was uns gefühlsmäßig beschäftigt.

 

Selbst wenn wir es gar nicht mitbekommen: eigentlich sind immer irgendwelche Gefühle präsent in uns - bewusst oder unbewusst. Etwas, das uns beschäftigt, löst Angst oder Traurigkeit in uns aus. Oder Wut.

Aber wir wollen oder können die Emotionen im Moment vielleicht nicht fühlen. Weil so viel anderes um uns herum unsere Aufmerksamkeit braucht.

 

Wir gehen mit unserer Aufmerksamkeit so oft nach außen und so selten nach innen. Aber Musik ist da wie eine Brücke, wie etwas, das uns sanft antippt und sagt:

 

"Da ist noch etwas in dir - das möchte gesehen und gefühlt werden! Das bist DU! Du bist nicht nur dein Verstand. Du bist dein Gefühl, deine Empfindung, deine Seele."

 

Und DICH SELBST zu fühlen, das ist Balsam - denn wir brauchen den Kontakt zu unserer Seele, um ein ausgeglichenes Leben zu führen.

 

 

Musik machen: die Begegnung mit dir selbst

Jeder, der ein Instrument spielt, kennt das: Musik machen bringt dich ganz nah zu dir selbst!

Da ist das Gefühl, sich selbst zum Ausdruck zu bringen. Eine schöne Melodie zu gestalten oder sich vom Rhythmus tragen zu lassen.

 

Ich freu mich immer, wenn meine Klavierschüler fröhlich und singend aus der Stunde gehen - und meistens kamen sie anders an: gestresst von der Schule oder der Arbeit und meistens sehr in Gedanken, im Kopf.

Aber der Kopf hilft uns nicht dabei, uns wohl zu fühlen, bei uns anzukommen und den Stress des Alltags loszulassen.

 

Meinen Unterricht gestalte ich ganz bewusst so, dass das achtsame Innehalten, das Fühlen und sich selbst Wahrnehmen immer ein Bestandteil der Stunde ist.

 

Ich finde, Musik machen ist nur dann wirklich sinnvoll, wenn diese Verbindung zu dir selbst da ist, wenn du dich selbst fühlst und selbst zum Ausdruck bringst. All deine Freude. Aber auch all deine Wut und Trauer. Alles.

Alle Gefühle  dürfen in der Musik ihren Platz haben.

 

Mehr noch: alle Gefühle MÜSSEN in der Musik einen Platz haben, sonst ist sie nicht echt. Nicht ehrlich.

Und Unechtes - das gibt es in unserer Welt schon genug, finde ich.

 

Aber da gibt es eben auch die Begegnung mit dir selbst, die vielleicht erstmal nicht so angenehm sein kann.

Dann nämlich, wenn du etwas spielen möchtest und es dir nicht gelingt.

Dann kommen die Stimmen in dir selbst hoch, die dich gerne verurteilen und klein machen wollen: der INNERE KRITIKER schlägt zu!

 

Der innere Kritiker möchte, dass du dich NICHT ausdrückst. Weil das peinlich sein könnte. Weil du etwas zeigen könntest, wo du nicht "perfekt" bist.

Aber es ist doch so: Wenn wir etwas Neues machen, dann KÖNNEN wir nicht perfekt sein!

Also werden wir immer wieder, wenn wir etwas Neues lernen oder einem starken Gefühl Ausdruck verleihen, mit unangenehmen Gefühlen konfrontiert...

 

Wie uns Musik hilft, über uns selbst hinaus zu wachsen

Und es lohnt sich so sehr, dran zu bleiben, wenn dieser Moment kommt!

Weil er dich von deinen Ängsten befreit.

Von den alten Überzeugungen, die dir sagen: "Das kannst du nicht! Das darfst du nicht!"

Wie oft bin ich diesen Überzeugungen schon selbst begegnet. Ich würde keinen einzigen Ton mehr spielen, wenn ich ihnen Glauben schenken würde!

 

Meine Schüler begleite ich dabei, diese Hürden zu nehmen.

Gerade gestern habe ich mit einer Schülerin daran gearbeitet, dass ihr Klang freier wird und ihre Bewegungen leichter und geschmeidiger. Denn Klang und Bewegung hängen direkt zusammen.

Sie hatte die Ellenbogen immer ganz nahe am Körper, anstatt die seitliche Bewegung zuzulassen und damit einen freien Klang zuzulassen.

 

Ich sprach sie darauf an, und ihr fiel dazu gleich ein, dass sie beim Essen von ihren Eltern dazu angehalten wird, die Ellenbogen näher am Körper zu lassen und dass sie schon mal die Servietten unter die Ellenbogen gesteckt bekommt, um sie dort zu halten...

 

Als wir das geklärt hatten, war es ein Leichtes, dass sie die Ellenbogen zum Spielen einsetzte - es klang toll: frei, geschmeidig und leicht, das konnten wir beide sofort hören!

Und jede Ellenbogen-Bewegung wurde zu einer Befreiung!

 

Ich liebe diese Momente...

 

Tauche ein in dich selbst!

Aber auch Musik hören kann dir helfen, dich selbst tief zu fühlen und deine Gefühle wieder mehr anzunehmen, dich mit ihnen wohl zu fühlen.

Lass dich von Musik berühren! Nimm die Musik, die dich am meisten anspricht und wo du merkst, dass sie tief in dir etwas auslöst.

Lass dich in dieses Gefühl hinein sinken. Bleibe dort, verweile dort.

Sei das fühlende, seelenvolle Wesen, als das du auf die Welt gekommen bist.

Sei mutig und begegne auch dem Schmerz - der Traurigkeit, der Wut, ja der Verzweiflung.

Auch das mag Musik berühren!

 

Ich erinnere mich daran, als ich zum ersten Mal das "Adagio for Strings" von Samuel Barber hörte und wie ein Schlosshund weinte.

Doch als ich aufhörte zu weinen, spürte ich, dass etwas in mir berührt worden war, was seit langem eine Traurigkeit in sich festhielt, welche nie zum Ausdruck gekommen war.

So weinen zu können - war eine Er-Leichterung. Ich war viel mehr im Reinen mit mir und konnte auch Freude viel besser spüren. Was für ein Gewinn!

 

Was ist deine Lieblings-Musik? Was berührt dich? Warum hörst du gerne Musik? Tanzt du gerne?

 

 

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Jeder von uns ist einzigartig - und doch sind wir alle verbunden.

Musik braucht keine Worte. Keine Erklärungen.

Musik möchte gehört und geteilt werden...