***"Modern Classic" - Musiker entdecken ihre Liebe zum leisen Ton

Olafur Arnalds spielt auf einem "präparierten" Klavier
Olafur Arnalds spielt auf einem "präparierten" Klavier

Seit ich begonnen habe, ein Vorspielprogramm zusammen zu stellen aus Stücken, die ich selbst wirklich gerne mag, habe ich eine Reihe interessanter musikalischer Entdeckungen gemacht.

Ich war auf der Suche nach Stücken, die einfach zu mir passen, Sachen, die ich gerne performe, weil ich sie mit meinem persönlichen Ausdrucksbedürfnis zusammen passen. Ich wollte einfach nichts mehr spielen, was ich zwar irgendwie „kann“, aber zu dem ich keinen tieferen Bezug habe.

 

Es gibt seit einiger Zeit einen musikalischen Trend, der meinem Wunsch entgegen kommt, den Ausdruck auf wenige Töne zu reduzieren und damit etwas Wesentliches einzufangen. Dieser Musiktrend nennt sich „Neue Einfachheit“ oder auch "Modern Classic".

Das klassische Klangideal verändert sich

Gerade auf pianistischem Gebiet sind in letzter Zeit in dieser Richtung sehr interessante Sachen entstanden. Ich denke da vor allem an Komponisten wie Ludovico Einaudi, Ryuichi Sakamoto, und aus der jüngeren Generation Olafur Arnalds und Nils Frahm. Sie verfolgen eine pianistische Klangvorstellung, die an dem klassischen Ideal geschult und orientiert ist.

 

Und doch ist einiges anders: Arnalds und Frahm präparieren ihre Instrumente z.T. dahin gehend, dass sie möglichst leise klingen. Der ein oder andere Ton ist ähnlich einer jazzigen ghost note kaum zu hören oder verschwindet schon mal gänzlich. Der Ausdruck der Musik ist ruhig, fast meditativ, unaufgeregt. Die Welt der leisen Töne ist dennoch vielfältig, vielschichtig und ermöglicht vor allem eines: dass der Zuhörer in die Ruhe abtaucht und bei sich selbst ankommt.

Es entspricht natürlich meinem persönlichen Geschmack, dass ich diese Art von Musik mag. Und doch ist diese Beobachtung für mich auch in Bezug auf meine pädagogische Arbeit sehr wertvoll, denn es unterstützt mich in der Ansicht, dass Musik nicht dann „gut“ ist, wenn sie einem herrschenden Klangideal entspricht. Sondern dass Musik wirklich eine sehr persönliche Angelegenheit ist. Die Komponisten der "Modern Classic"-Richtung machen dies vor, indem sie das klassische Klangideal weiter entwickeln und damit ihrem Ausdrucksbedürfnis entsprechend verändern.

Hören Sie selbst:

 

Übefokus: Was verrät dir deine Lieblingsmusik über dich selbst?

Höre deine Lieblingsmusik.

Fühle deine Lieblingsmusik.

Bewege dich zu deiner Lieblingsmusik.

 

Was gefällt dir an ihr? Was spricht dich an ihr an?

Ist es eine berührende Melodie? Ein toller Sound? Ein aussagekräftiger Text?

Oder ist es die besondere Interpretation des Künstlers, aus der die Persönlichkeit des Interpreten spricht?

Lädt dich dein Lieblingsstück vielleicht zum Tanzen ein und vermittelt dir damit Lebensfreude?

Oder kannst du es vielleicht gar nicht benennen, was du an deinem Lieblingsstück magst?

 

Macht nichts, fühl in es hinein.


Indem du die emotionale Seite der Musik ganz deutlich werden lässt und bewusst wahrnimmst, wird dir immer klarer werden, was "aus dir heraus will", wenn du selbst Musik machst.

Und dann lass genau dies immer mehr in dein Spiel einfließen.

Du bist einzigartig. Dein Spiel ist es auch.